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Kasus

Passt hier Nominativ, Akkusativ, Dativ oder Genitiv? Diese Frage stellt man sich oft als Deutschlerner, aber was sind sie denn und wozu braucht man sie?
Darum geht es in diesem Blogeintrag. 

Nominativ, Akkusativ, Dativ und Genitiv sind Kasusformen. Der Kasus ist die Form von Nomen je nach Funktion im Satz. Die Funktion kann vom Verb, von einer Präposition oder von einem anderen Nomen bestimmt werden. Also, der Kasus markiert, was ein Nomen im Satz macht. 

Nominativ

Vor allem verwendet man Nominativ für das Subjekt im Satz. Also, das Element, dem die Konjugation vom Verb entspricht, wird im Nominativ. Also, Nominativ wird am meisten vom Verb bestimmt. 

Zum Beispiel: Wir spielen Fußball.
Hier entspricht die Konjugation 'Wir'. Außerdem, man sich fragt, wer die Tätigkeit 'spielen' macht, kann man sehen, dass es mehr Sinn hat, dass 'wir' das Subjekt ist (für weitere Informationen siehe Nominativ vs. Akkusativ)

Form

Die Artikel im Nominativ haben die folgenden Formen:
maskulin - der/ein
neutral - das/ein
feminin - die/eine
Plural - die/ -


Akkusativ

Sowohl Verben als auch Präpositionen können den Akkusativ bestimmen. Wenn es sich um ein Verb handelt, wird das direkte Objekt im Akkusativ. Man kann das direkte Objekt finden, indem man das Verb 'was' oder 'wen' fragt. Tipp: Suchen Sie zuerst den Nominativ (für weitere Informationen siehe Nominativ vs. Akkusativ und Ihnen oder Sie?).

Zum Beispiel: Moritz sucht einen Stift. - Was sucht Moritz? Einen Stift.
Moritz sucht seinen Freund Paul. - Wen sucht Moritz? - seinen Freund Paul.

Akkusativ kann auch von Präpositionen bestimmt werden. Es gibt Präpositionen, auf die immer Akkusativ folgt. Trotzdem gibt es Wechselpräpositionen, die je nach dem Verb Akkusativ oder Dativ verwenden (für nähere Informationen siehe Wechselpräpositionen auf, in, an + nach (Landschaften, Städte und Länder) und Verben mit festen Präpositionen)

Hier finden Sie eine Liste von Präpositionen, die immer Akkusativ verwenden. 
für - Ich habe ein Geschenk für meinen Vater.
ohne - Er will den Kuchen ohne Sahne.
durch - Wir fahren durch einen Tunnel.
um...herum - Sie gehen um den Kreisverkehr herum.
entlang* (nach dem Nomen) - Sie geht den Rhein entlang spazieren.
gegen - Paula spielt heute gegen den ehemaligen Schach-Sieger.
um - Im Text geht es um einen unbekannten Künstler.
bis (als Präposition passt nur bei Orts- und Zeitangaben ohne Artikel. Wenn sie Artikel haben, steht andere Präposition nach 'bis' und diese bestimmt den Kasus). - Er arbeitet bis 18 Uhr./ Gehen Sie bis zur Ampel.

Form

Die Artikel im Akkusativ haben die folgenden Formen:
maskulin - den/einen
neutral - das/ein
feminin - die/eine
Plural - die/ -


Dativ

Auch Dativ wird vom Verb und von Präpositionen bestimmt. Es gibt Verben, die sowohl Akkusativ- als auch Dativ-Ergänzung haben, und Verben, die nur Dativ-Ergänzung haben. Im Blogeintrag Ihnen oder Sie? finden Sie nähere Informationen über die Verben mit beiden Ergänzungen. Hier besprechen wir die Verben mit Dativ-Ergänzung. 

Es gibt einige Verben mit Dativ-Ergänzung, sie sind aber nicht viele. Wir bieten Ihnen eine Liste mit den häufigsten: 
antworten - Ich antworte Ihnen gleich.
begegnen - Sie begegnet ihm auf der Party,
danken - Wir danken unseren Freunden für die Hilfe.
einfallen - Was fällt dir ein?
fehlen - Mir fehlen Urlaubstage.
folgen - Folgen Sie meinen Anweisungen.
gefallen - Das Buch gefällt meinem Bruder.
gehen (Befinden) - Wie geht es euch?
gehören - Das Fahrrad gehört uns
gelingen - Das Projekt ist meinem Team sehr gut gelungen. 
genügen - Eine Stunde in der Woche genügt mir nicht, Deutsch zu lernen.
glauben - Das Kind glaubt ihm alles, was er sagt.
gratulieren - Wir gratulieren ihr zum Geburtstag. 
guttun - Deine Begleitung hat mir gutgetan.
helfen - Laura hilft dir immer. 
leidtun - Es tut mir leid, dass ich zu spät angekommen bin. 
nachlaufen -Der Hund läuft uns nach.
nützen - Das nützt niemandem
passen - Wann passt es Ihnen am besten?
passieren - Uns ist es auch schon passiert. 
raten - Ich rate Ihnen, dieses Auto zu kaufen.
schmecken - Bier schmeckt ihm nicht gut. 
stehen (Kleidung, usw.) - Der Rock steht ihr sehr gut.
vertrauen - Sie vertraut ihren Kollegen
verzeihen - Kannst du mir bitte verzeihen?
wehtun - Der Kopf tut ihm weh.
widersprechen - Mein Bruder will mir immer widersprechen.
zuhören - Du solltest deinen Eltern zuhören. 
zustimmen - Dem Zeitplan stimmt die Chefin zu.

Wie Sie aus den Beispielen ersehen können, ist die Dativ-Ergänzung oft eine Person oder eine Gruppe von Personen. Hier können Sie die Personalpronomen im Dativ lernen.

Sie haben oben gelesen, dass es Präpositionen gibt, die je nach dem Verb mit Dativ oder mit Akkusativ funktionieren (für nähere Informationen siehe Wechselpräpositionen auf, in, an + nach (Landschaften, Städte und Länder) und Verben mit festen Präpositionen). Und auch Dativ hat Präpositionen, denen immer Dativ folgt. Wir lassen hier eine Liste von den häufigsten. 
zu - Er geht zum Supermarkt.
aus - Sie kommt aus der Schule.
von - Ich bekomme ein Geschenk von meinem Bruder.
ab/von...an - Ab diesem Monat/Von diesem Monat an treibe ich Sport.
bei - Wir bleiben bei dir.
entgegen - Entgegen meinem Rat kauft sie das Auto.
gegenüber (auch Genitiv möglich) - Die Bank ist gegenüber der Bäckerei.
mit - Ich bin mit meiner Arbeit zufrieden.
nach - Nach dem Deutschkurs muss er noch arbeiten.
seit - Wir wohnen seit 3 Monaten in Berlin.

Form

Die Artikel im Dativ haben die folgenden Formen:
maskulin - dem/einem
neutral - dem/einem
feminin - der/einer
Plural* - den/ -

*Im Plural Dativ braucht man oft einen -n. 



Genitiv

Nomen können nur den Genitiv bestimmen. Im Genitiv sagt man den Eigentümer vom Nomen.  
Beispiel: Das Buch der Frau ist blau. 
Alternativ kann man 'von + Dativ' benutzen.
Beispiel: Das Buch von der Frau ist blau. 
Namen im Genitiv stehen normalerweise vor dem Nomen und haben zusätzlich -s.
Beispiel: Peters Buch ist gelb.

Es gibt auch Verben, bei denen man Genitiv benutzt. Sie sind aber nicht so viele und manchmal kann man den Genitiv vermeiden, indem man ein anderes Verb, eine Präposition oder einen Infinitivsatz verwendet. Vor allem beim Sprechen oder informellen Texten vermeidet man den Genitiv, da Genitiv als überformell im Alltag gilt. In Ämtern oder Behörden verwendet man oft Verben mit Genitivergänzung.

Beispiele:

Ersetzbare Verben
gedenken - Wir gedenken der Oma. - 'gedenken' kann man mit 'sich erinnern an' ersetzen: Wir erinnern uns an die Oma

bedürfen - Die Firma bedarf eines neuen Mitarbeiters. - 'bedürfen' kann man mit 'brauchen' ersetzen: Die Firma braucht einen neuen Mitarbeiter

Verben mit Präpositionen statt Genitiv
sich erinnern 
Mit Genitiv: Paul erinnert sich gern der Schulzeit
Mit Präposition - Paul erinnert sich gern an die Schulzeit.

sich schämen
Mit Genitiv: Er schämt sich seines Verhaltens.
Mit Präposition: Er schämt sich für sein Verhalten.

Infinitivsatz
Die Polizei verdächtigt ihn des Raubes.
Die Polizei verdächtigt ihn geraubt zu haben.

Außerdem gibt es Präpositionen, die den Genitiv regieren. Bei diesen Präpositionen ist es üblich, dass man den Genitiv mit Dativ ersetzt. In manchen Fällen fügt man auch 'von' hinzu, wenn die Pluralform im Genitiv nicht erkennbar ist oder wenn Nomen (auch im Singular) allein stehen. 
Die häufigsten Präpositionen mit Genitiv sind die folgenden:
angesichts
anhand
anlässlich
anstatt /statt
anstelle
aufgrund
außerhalb
bezüglich
halber
infolge
innerhalb
laut
mithilfe
oberhalb
trotz
um...willen
unterhalb
unweit
während
wegen
zugunsten

Form

Die Artikel im Genitiv haben die folgenden Formen:
maskulin* - des/eines
neutral* - des/eines
feminin - der/einer
Plural - der/ -

*Oft wird ein -s zum Nomen am Ende hinzugefügt.

Übung

Welche Kasusform passt zu welchem Element im Brief unten? Wählen Sie aus. 

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